Glaubensfreiheit Minderjähriger: Keine Dispensation vom Schwimmen

Das Bundesgericht hat entschieden, dass die Glaubens- und Gewissensfreiheit auch die religiösen Überzeugungen Minderjähriger schützt, wobei sowohl die elterliche Erziehung als auch die persönliche Überzeugung des Kindes zu prüfen sind (E. 3.2–3.3). Dispensationen vom obligatorischen Schulunterricht, namentlich vom Schwimmunterricht, sind nur zurückhaltend zu gewähren, weil der Schulunterricht und die soziale Integration ein erhebliches […]

Mehrfachgesuch: Nothilfe statt Sozialhilfe bestätigt

Das Bundesgericht hat in der Sache betreffend ein erneutes Asylgesuch entschieden (BGer vom 09.02.2026, 8C_423/2024 (zur Publikation vorgesehen)): Ein bei Wiedereinreise gestelltes zweites Asylgesuch ist als Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG zu qualifizieren. Folglich bestehen für die Beschwerdeführer während des hängigen Mehrfachgesuchs kein Anspruch auf kantonale Sozialhilfe, sondern lediglich auf Nothilfe […]

Kinderbetreuungskosten: BGer erweitert Betreuungsbegriff

Das Bundesgericht hat in BGer vom 29.01.2026, 9C_156/2025 (zur Publikation vorgesehen) entschieden, dass Auslagen für die Betreuung von Kindern in einer Einrichtung, die neben Aufsicht auch pädagogische und spielerische Angebote bereitstellt, als Abzug nach Art. 33 Abs. 3 LIFD anerkannt werden können, wenn die Betreuung vorrangig dem Zweck der Aufsicht während der Erwerbstätigkeit […]

Zweistufige Methode und latente Steuerlasten bestätigt

Das Bundesgericht hat in der Sache zur Ergänzung eines deutschen Scheidungsurteils die kantonale Ergänzungsentscheidung bestätigt. Siehe BGer vom 16.02.2026, 5A_844/2024 (zur Publikation vorgesehen). Kernpunkt: Für die Bemessung des nachehelichen Unterhalts gilt die zweistufig‑konkrete Methode. Ausgangs- und zugleich Obergrenze ist die bisherige Lebensführung. Verbessert sich das Einkommen eines Ehegatten nach der Trennung, trägt die […]

Nachträgliche Rechtshilfe bei grenzüberschreitender Überwachung

Das Bundesgericht hat den kantonalen Entscheid teilweise aufgehoben und die Sache zurückgewiesen, weil unklar blieb, ob die nachträglichen Ersuchen um internationale Rechtshilfe den aus seiner Sicht nun verbindlichen Anforderungen genügten. Siehe: BGer vom 12.02.2026, 7B_612/2025 (zur Publikation vorgesehen). Kernentscheidungen: Die im Inland angeordneten verdeckten technischen Überwachungsmassnahmen selbst waren nicht bestritten. Strittig war jedoch […]

Krankentaggeld sichert Schweizer Versicherungspflicht

Das Bundesgericht bestätigt, dass Personen, die vorübergehend Krankentaggeldleistungen aufgrund eines früheren Arbeitsverhältnisses beziehen, nach Art. 11 Abs. 2 der VO Nr. 883/2004 als erwerbstätig gelten und deshalb der Sozialversicherung des Beschäftigungsstaates unterliegen. Entscheidend ist, dass die Leistung ein befristeter Lohnausfallersatz ist; die Unterscheidung, ob das Taggeld nach dem LAMal- oder dem LCA-Modell ausgerichtet […]

Keine pauschale 10-Jahres-Regel bei AI-Verfahren

Das Bundesgericht bestätigt in der Entscheidung BGer vom 29.01.2026, 9C_65/2025 (zur Publikation vorgesehen) die wesentlichen Grundsätze zum Vorwurf der denegierten/verspäteten Justiz in Verfahren der Invalidenversicherung. Kernpunkte: Erstens ist eine Gesamtwürdigung des Einzelfalls erforderlich; es gibt keine Automatikklausel, wonach eine Verfahrensdauer von über zehn Jahren grundsätzlich unverhältnismässig ist. Zweitens liegt kein übermässiger Formalismus vor, […]

BGer: Unterhalt, Miteigentum und Liegenschaftssteuer

Das Bundesgericht hat in BGer vom 28.01.2026, 5A_54/2024 (zur Publikation vorgesehen) die Berufung teilweise gutgeheissen, Teile der güterrechtlichen Auseinandersetzung aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Kernentscheidungen: Erstens bestätigt das Gericht die Rechtslage, wonach ein auf Massnahmenprovisorien gestützter Unterhaltsanspruch mit der Rechtskraft des Scheidungsurteils entfällt, wenn die Parteien nicht ausdrücklich […]

BGer: ‚competent court‘ = staatliche Gerichte

Das Bundesgericht hat entschieden, dass eine Vertragsklausel, die Streitigkeiten an „the competent court“ verweist, nach Treu und Glauben die staatlichen Gerichte meint und nicht ohne ausdrückliche Vereinbarung auch die Zuständigkeit eines Schiedsgerichts umfasst. Es betonte die gebotene restriktive Auslegung von Schiedsvereinbarungen, da mit dem Verzicht auf staatliche Gerichtsbarkeit die Rechtsbehelfe stark eingeschränkt werden. […]

Nicht versichertes Einkommen unberücksichtigt

Das Bundesgericht bestätigte in BGer vom 27.01.2026, 8C_162/2025 (zur Publikation vorgesehen), dass bei der Bemessung des Invaliditätsgrades das Einkommen aus einer selbstständigen, nicht freiwillig nach Art. 4 UVG versicherten Erwerbstätigkeit unberücksichtigt bleibt. Kurz zum Fall: Eine Versicherte arbeitete 60% unselbstständig im Spital und daneben 40% selbstständig ohne freiwillige UVG-Versicherung. Nach einem Arbeitsunfall sprach […]