Wirklicher Wille zentral – BGer zu Vertragsauslegung

Das Bundesgericht hat in BGer vom 17.08.2026, 9C_721/2025 (zur Publikation vorgesehen) die Grundsätze der Vertragsauslegung klargestellt und den kantonalen Entscheid aufgehoben. Streitpunkt war die Auslegung einer zentralen Vertragspassage; das Bundesgericht verlangt, dass die Vorinstanz den wirklichen Parteiwillen neu ermittelt. Wesentliche Erkenntnisse: Erstens ist der wirkliche Wille der Parteien massgebend; der Wortlaut bildet nur […]

Bundesgericht: Parteiwille, Treu und Glauben bei Vertragsauslegung

Das Bundesgericht hat in BGer vom 06.08.2026, 8C_317/2025 (zur Publikation vorgesehen) die Grundsätze zur Auslegung von Vertragsklauseln neu klargestellt. Kernaussagen: Die Auslegung ist primär nach dem wirklichen Parteiwillen vorzunehmen; der objektive Empfängerhorizont dient dabei als Hilfsmittel. Abweichungen von früherer Rechtsprechung sind zulässig, wenn neue Erkenntnisse oder veränderte Umstände eine Anpassung rechtfertigen. Erstmals hat […]

BGer: Auskunft, Aufschub und Übergangsrecht

Das Bundesgericht hat im Urteil BGer vom 24.07.2026, 1C_114/2025 (zur Publikation vorgesehen) entschieden, dass zwei Kernfragen zu Auskunftsgesuchen gegen den Nachrichtendienst des Bundes (NDB) zu beachten sind. Erstens: Für Fälle, in denen der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) schon vor dem 1. September 2023 eine Mitteilung erlassen hat, bleibt die Möglichkeit der gerichtlichen […]

UPE‑Festlegung vs. Primat des Bundesrechts

Das Bundesgericht hat die kantonale Bestätigung von Sanktionen gegen eine Betreiberin von Kinderbetreuungsstrukturen aufgehoben: Es erkennt an, dass das kantonale Amt gestützt auf die «Règle d’or» grundsätzlich Usages de la petite enfance (UPE) feststellen darf, hält jedoch fest, dass die materielle Wirkung dieser UPE einer faktischen Erweiterung der städtischen Gesamtarbeitsvereinbarung gleichkommt und damit […]

Aufenthalt in Eingliederungsinstitution: Leistungsausschluss

Das Bundesgericht bestätigt, dass der Aufenthalt in einer Institution zur Durchführung von Eingliederungsmassnahmen den Anspruch auf Hilflosenentschädigung gemäß Art. 42 Abs. 5 IVG i.V.m. Art. 35bis Abs. 1 und 3 IVV ausschliesst. Im entschiedenen Fall hatte die Beschwerdeführerin ein Perspektivenjahr (ParaWork) absolviert und währenddessen in der ParaWG gewohnt; die IV-Stelle übernahm dafür eine […]

Gutachtensanordnung: Zwischenverfügung bei Uneinigkeit erforderlich

Das Bundesgericht bestätigt, dass die IV-Stelle bei Uneinigkeit über die Anordnung eines medizinischen Gutachtens eine anfechtbare Zwischenverfügung erlassen muss. Sie begründet dies mit verfassungs- und konventionsrechtlichen Anforderungen an Verfahrensfairness und Waffengleichheit sowie der eingeschränkten Überprüfbarkeit von Administrativgutachten. Sie attestiert damit, dass die Verwaltungsweisung, welche eine derartige Verfügung ausschliessen wollte (Rz. 3067.1 KSVI), gegen […]

Gesamtrisiko bei Garantierückstellungen

Das Bundesgericht hat in seiner Entscheidung BGer vom 30.06.2026, 9C_296/2025 (zur Publikation vorgesehen) klargestellt, wie Garantierückstellungen steuerlich zu prüfen sind. Entscheidend ist zunächst die Ermittlung der Wahrscheinlichkeit des Gesamtrisikos: die kumulative Eintrittswahrscheinlichkeit mehrerer Einzelrisiken ist nach der Formel 1 – Produkt der Wahrscheinlichkeiten des Nichteintritts zu berechnen. Einzelrisiken mit sehr tiefen Eintrittswahrscheinlichkeiten (typischerweise […]

Restfinanzierung: Fr. 8.80/h bestätigt

Das Bundesgericht hat mit BGer vom 29.06.2026, 9C_710/2025 (zur Publikation vorgesehen) die Beschwerde einer zugelassenen Spitex-Organisation gegen die Änderung der Pflege- und Betreuungsverordnung des Kantons Glarus abgewiesen. Strittig war Art. 31 Abs. 3a PBV/GL, der den kantonalen Restfinanzierungsbeitrag für Grundpflege, die durch bei der Organisation angestellte Bezugspersonen erbracht wird, auf Fr. 8.80 pro […]